Wer ist eigentlich Peter Scannewin?

Peter Scannewin Dresden

„Sport frei“

.. ruft er seiner Frau schmunzelnd zu, als sie sich auf den Weg zur Arbeit macht. Der knappe Ausspruch, mit dem zu DDR-Zeiten der Sportunterricht eingeläutet wurde, hat sich bei Peter Scannewin eingeprägt. Nicht, weil der gebürtige Dresdner alten Zeiten nachtrauert. Vielmehr ist es seine sportliche Ader, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht.

Fußballtraum

Eigentlich strebte Peter Scannewin eine Profikarriere als Fußballer bei seinem Lieblingsverein Dynamo Dresden an. Doch seit fast zwanzig Jahren ist er Inhaber der P.S.W. Immobiliengesellschaft mbH.
Im August 2016 wird das Team Jubiläum feiern. Im Büro zwängt sich der 50-jährige selten in einen Anzug, lieber trägt er Freizeitschuhe, Jeans und ein blaues Hemd mit bunten Streifen.
Aber wie war das mit dem runden Leder? „Mit Fußball mein Geld zu verdienen war mein Kindheitstraum. Doch damals haben mir meine Eltern wegen späterer gesundheitlicher Probleme davon abgeraten“, erinnert er sich. Seit Jahren jagt er einmal wöchentlich das runde Leder als Freizeitsport.

Vom Zug an die Bar

Als ihm in der DDR ein Studium verwehrt blieb, ging Scannewin in die Gastronomie. Als gelernter Mitropa-Kellner arbeitete er auf dem DDR-Touristenexpresszug Tourex, der von Dresden zum Goldstrand nach Bulgarien fuhr. Die Fußballschuhe blieben ihm treu, mit der Interhotel-Mannschaft ging er in der DDR-Hotelliga an den Start. Mitte der 80er Jahre wechselte er ins neu eröffnete Nobelhotel Bellevue, wo er sich zum Barkeeper emporarbeitete und in der Freizeit für die Bellevue-Mannschaft das Runde ins Eckige kickte.

Nach der Wiedervereinigung ebnete sich Scannewin neue Wege, machte sich als erster Verkäufer im Bannewitzer Porsche-Zentrum einen Namen. 1994 wechselte er ins Immobiliengeschäft und zwar zu Engel & Völkers. Mehrmals bot sich die Möglichkeit, in die Altbundesländer überzusiedeln. „Damals habe ich überlegt, ob man im Osten vielleicht etwas verpasst. Heute bin ich froh, dass ich geblieben bin.“ Schließlich ist Dresden meine Heimatstadt.

Auf eigene Faust

Mit einem weit gespannten Netzwerk an Kontakten und Verkaufspraxis wagte er 1996 mit einem Partner den Sprung in die Selbstständigkeit. „Mit einem Vorgesetzten vor der Nase habe ich mich häufig gebremst gefühlt.“ Nun musste er keinen mehr fragen, als er sich in seinem Büro einen Billardraum einrichtete und abends den ein oder anderen Geschäftspartner oder Mitarbeiter herausfordert. Die schwierige Zeit während der Flut 2002, als sein früheres Büro im Zentrum am Zwinger und einige seiner Objekte von den Wassermassen heimgesucht wurden, hat er überstanden und führt seit März 2003 das Unternehmen allein.

„Leidenschaftlicher Gastronom bin ich aber immer noch und ein ziemlich kritischer Restaurantgast obendrein“, bemerkt Scannewin schmunzelnd. Zu einem guten Mahl zieht es ihn in die Schloss-Schänke Pillnitz zu einem ehemaligen Berufskollegen. Den Schlaftrunk kredenzt er an seiner kleinen Hausbar selbst. „Was den Service betrifft, war die DDR-Gastronomie eine gute Schule. Auf viele Kleinigkeiten wird heute leider nicht mehr geachtet.“

Schwedische Wurzeln

Die Details sind es aber, die seinem modernen Zuhause, einen Katzensprung vom Blauen Wunder entfernt, den i-Punkt verleihen. Farbenfrohe Ölfarbe aufgebracht auf einer Leinwand – so wird man am Wohnungseingang begrüßt. Mehrere Blumensträuße schmeicheln den strahlend weißen Wänden und den teils kühl wirkenden Möbeln. Glas, Edelstahl und Leder dominieren.

Im Sommer 2011 kam die Boxerhündin Ronja in unsere Familie, erzählt Peter Scannewin. Sie ist ein kleines Glück. Mit ihr sind wir sehr viel unterwegs. Auch die Urlaubsreisen haben wir entsprechend angepasst, denn Ronja kommt mit. Waren wir viele Jahre quer in Europa unterwegs bevorzugen wir heute die Bergregionen in Deutschland, Österreich und Südtirol. Trotzdem muss ein Mal im Jahr die Ostsee für ein paar Tage dabei sein. Da stelle ich Campingtisch und -stühle auf und beobachte in Ruhe die Schiffe.“

Aus dem Norden stammen auch seine Vorfahren. „Der Familienname geht wohl auf die Schweden zurück, die während des Dreißigjährigen Krieges hierher kamen“, glaubt Scannewin. Zumindest seine blonden Haare sprechen dafür. Was den Fußball angeht, sind es wohl eher seine deutschen Wurzeln, die ihm den Torinstinkt bescherten.

Steckbrief Peter Scannewin

(Inhaber P.S.W. Immobiliengesellschaft mbH)

Vita

geboren am 15.09.1965 in Dresden, gelernter Gastronom, Mitropa-Kellner auf dem DDR-Zug „Tourex“, Barkeeper, Verkäufer im Porsche-Zentrum, Stationen bei Engel & Völkers und der Sparkasse Pirna-Sebnitz, seit 1996 selbstständig, verheiratet, einen Sohn.

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Unsauberes Arbeiten, Unzuverlässigkeit, Lügen, Sprücheklopferei, unsinnige Meetings